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    BS 25999-2 Umsetzungs-Checkliste

    Ihre Geschäftsführung hat Ihnen die Aufgabe übertragen, ein betriebliches Kontinuitätsmanagement umzusetzen, aber Sie sind nicht wirklich sicher, wie das geht? Obwohl es keine einfache Aufgabe ist, können Sie sich mit der BS 25999-2 Methodik das Leben einfacher machen – hier sind die wichtigsten Schritte, die für die Umsetzung dieser Norm notwendig sind:

    1. Unterstützung der Geschäftsführung einholen

    Obwohl dies in BS 25999-2 kein verbindlicher Schritt ist, so ist dies sicherlich der entscheidende Schritt am Anfang. Sollte die Geschäftsführung die Vorteile des betrieblichen Qualitätsmanagements nicht verstehen und sich nicht für dieses Projekt engagieren, so ist das Projekt wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt.

    2. Behandeln Sie es als Projekt

    Es wird ziemlich viel Zeit und Ressourcen kosten, Ihr betriebliches Kontinuitätsmanagement (BCMS) einzurichten – Sie müssen klar definieren, was getan werden muss, in welchem Zeitrahmen, und welche Aufgaben bei der Projektdurchführung anstehen. Mit anderen Worten müssen Sie Methoden des Projektmanagements anwenden.


    3. Definieren Sie Ziele und Anwendungsbereich. Schreiben Sie eine BCM-Leitlinie

    Sie müssen definieren, was Sie mit dem BCMS erreichen möchten – Compliance, Senken des Risikos, Anforderungen Ihrer Kunden/Partner usw. Darüber hinaus müssen Sie definieren, was Sie in Ihr BCMS integrieren werden – die gesamte Unternehmensorganisation oder nur einen Teil davon. So können Sie entscheiden, dass Sie nur Ihr Rechenzentrum einbeziehen, falls Sie Hosting-Dienstleistungen für Ihre Kunden anbieten. Alles dies muss in der BCMS-Leitlinie dokumentiert werden.

    4. Definieren von Rollen und Verantwortlichkeiten für das BCMS

    Da das BCMS in Ihrem Unternehmen zu einer dauerhaften Tätigkeit werden wird, müssen Sie klare Verantwortlichkeiten dafür definieren. Dies gilt besonders für den „Sponsor“ des BCMS (jemand, der die Verantwortung für das BCMS trägt, aber nicht in alltägliche BCMS-Tätigkeiten involviert ist) und „BCM-Koordinator“, „BCM-Manager“ oder Ähnliches – eine oder mehrere Personen mit aktiven Pflichten hinsichtlich des BCMS. Es ist am besten, diese Rollen und Verantwortlichkeiten in Ihrer BCM-Leitlinie zu dokumentieren.

    5. Obligatorische Verfahren umsetzen

    BS 25999-2 fordert die Umsetzung der folgenden vier obligatorischen Verfahren: Dokumenten- und Aufzeichnungsmanagement, internes Audit, Vorbeugungs- und Korrekturmaßnahmen. Diese Verfahren sind in der Tat das Fundament Ihres Managementsystems, ähnlich wie in der ISO 27001 oder ISO 9001.

    6. Durchführen der Geschäftsauswirkungsanalyse und der Risikoeinschätzung

    Mithilfe einer Geschäftsauswirkungsanalyse müssen Sie die kritischen Aktivitäten, ihren maximal tolerierbaren Störungszeitraum und die Abhängigkeiten dieser kritischen Aktivitäten (einschließlich Abhängigkeiten gegenüber Lieferanten und Outsourcing-Partnern) erkennen und Recovery Time Objectives festlegen.

    Durch die Risikoeinschätzung finden sie tatsächlich heraus, welche Ursachen die Unterbrechung Ihrer kritischen Aktivitäten haben könnten – sie können natürliche Gründe haben oder auf Menschen zurückzuführen sein (entweder absichtlich oder versehentlich). Sie müssen auch eine Risikobehandlung durchführen. Das heißt, dass Sie entscheiden müssen, wie mögliche Fehlentwicklungen eingedämmt werden sollen. Leider werden Risikoeinschätzung und -behandlung in dieser Norm nicht sehr klar definiert. Daher sollten Sie vielleicht einen Blick auf ISO 27001 werden, in der diese Aspekte detaillierter beschrieben werden.

    7. Festlegen der Strategie für betriebliches Kontinuitätsmanagement

    Bevor Sie Pläne für betriebliches Kontinuitätsmanagement verfassen, müssen Sie festlegen, welche Ressourcen Sie für die Wiederaufnahme Ihrer kritischen Aktivitäten benötigen – welche Mitarbeiter, Standorte, Daten, Hardware, Software, Lieferanten, Outsourcing-Partner usw.

    Die Strategie für betriebliches Kontinuitätsmanagement muss nicht nur festlegen, was Sie brauchen, sondern auch, wie Sie sich diese Ressourcen beschaffen.

    8. Entwicklung eines Störfallmanagements und von Plänen für betriebliches Kontinuitätsmanagement

    Der Zweck von Störfallmanagementplänen besteht darin, zu beschreiben, wie Sie direkt auf einen Vorfall reagieren (z. B. Feuer, Erdbeben, Bombendrohung, Stromausfall usw.), um eine Ausweitung zu verhindern und zu versuchen, die direkten Auswirkungen einzudämmen. Andererseits besteht der Zweck der Pläne für betriebliches Kontinuitätsmanagement in der Beschreibung, wie Sie Ihre kritischen Tätigkeiten wiederherstellen – wie Sie alle vorbereiteten Ressourcen in Aktionen umsetzen. Das bedeutet, dass Sie beschreiben müssen, wer was tun soll, in welcher Zeit, mithilfe welcher Daten und Technologie, um Ihr Unternehmen wieder in Betrieb nehmen zu können.

    Sämtliche dieser Pläne müssen detailliert beschrieben werden, denn sie müssen auch dann ausgeführt werden, wenn das Hauptpersonal nicht verfügbar ist – aus diesem Grund müssen so geschrieben werden, dass jeder andere in der Lage wäre, sie auszuführen.

    9. Schulung und Sensibilisierung

    Sie müssen die erforderliche Kompetenz definieren, um die Pläne des betrieblichen Kontinuitätsmanagements im Falle einer Unterbrechung durchführen zu dürfen und dann sämtliche Mitarbeiter schulen (Mitarbeiter und externe Partner), um diese Kompetenz zu erreichen.

    Dies ist jedoch nicht genug – Sie müssen Ihren Mitarbeiter auch erklären, warum BCM notwendig ist. Seien wir ehrlich – Ihre Pläne für betriebliches Kontinuitätsmanagement werden vielleicht nur einmal im Leben genutzt. Daher werden sie von vielen Menschen als Zeitverschwendung angesehen. Daher müssen Sie erklären, warum so eine Sache eingerichtet werden muss. (Siehe auch Der Umgang mit BCM-Skeptikern)

    10. BCMS-Übungen

    Wenn Sie dachten, dass Sie Ihre schriftlichen Pläne perfekt verfasst haben, liegen sie möglicherweise falsch – es ist fast unmöglich, gleich am Anfang einen fehlerfreien Plan zu schreiben. Deshalb sind Übungen ein obligatorischer Teil des BCMS: Sie müssen Ihre Pläne in einer Situation testen, die der einer echten Störung mehr oder weniger ähnelt. Nur dann werden Sie herausfinden, was Sie gut geplant haben – und was nicht.

    11. Pflege und Überprüfung des BCMS

    Ein weiterer Weg, um Ihr BCMS aktuell zu halten, ist die Festlegung der Intervalle, in denen Sie Ihre Pläne für betriebliches Kontinuitätsmanagement sowie weitere Regelungen überprüfen (z. B. Verträge mit Lieferanten und Outsourcing-Partnern, Schulung und Sensibilisierung usw.). Es gibt alle möglichen Arten von umfeldbezogenen Veränderungen, durch die Ihre Dokumentation obsolet werden könnte: Es reicht aus, dass ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, um in einem Plan eine unbrauchbare Rufnummer zu haben, falls diese Person eine Rolle im BCMS hatte.

    Ebenso sind zwingend notwendig, im Ernstfall nach einem Vorfall eine Prüfung durchzuführen. Der Zweck besteht darin herauszufinden, wie das Unternehmen tatsächlich reagiert hat – wurden die Pläne befolgt oder nicht.

    12. Internes Audit

    Der Zweck des internen Audits besteht darin herauszufinden, ob etwas objektiv falsch ist – der interne Prüfer soll seine Person sein, die herausfinden kann, ob Ihr BCMS Fehler enthält, um diese zu korrigieren. Wird es richtig durchgeführt, so kann das interne Audit eine der besten Möglichkeiten sein, um Ihr BCMS zu verbessern. (Lesen Sie Probleme bei internen Auditoren nach ISO 27001 und BS 25999-2)

    13. Managementbewertung

    Wie bereits gesagt ist es sehr wichtig, Ihr Management in das Projekt einzubinden – Bewertung des Managements wurde genau dafür verfasst. Gemäß der Norm muss das Management alle relevanten Fakten über BCM prüfen und entscheiden, ob es seinen Zweck erfüllt hat. Nachdem dies abgeschlossen ist, muss das Management entscheiden, welche Verbesserungen vorgenommen werden müssen.

    14. Vorbeugungs- und Korrekturmaßnahmen

    Am besten wäre es, Fehler (oder „Nichtübereinstimmungen“, um es mit BS 25999 auszudrücken) bereits zu vermeiden, bevor sie geschehen – dafür werden Vorbeugungsmaßnahmen verwendet – sie korrigieren Dinge auf systematische Weise, bevor ein Problem auftritt. Ähnlich wie bei Vorbeugungsmaßnahmen gibt es auch Korrekturmaßnahmen, die das bereits aufgetretene Problem beheben.

    Nun lautet die Frage: Warum sollte man BS 25999-2 verwenden? Obwohl es (noch) keine internationale Norm ist, so ist es doch die weltweit beliebteste Norm für betriebliches Kontinuitätsmanagement. Die oben genannten Schritte wurden von den besten Fachleuten für betriebliches Kontinuitätsmanagement erstellt. Wenn Sie also besten anerkannten Umsetzungsverfahren für betriebliches Kontinuitätsmanagement einsetzen wollen, brauchen Sie nicht weiterzusuchen.

    Hier können Sie das  Diagramm der BS 25999-2 Umsetzung herunterladen. Es zeigt alle diese Schritte zusammen mit den erforderlichen Unterlagen (Registrierung erforderlich).

    Advisera Dejan Kosutic
    Autor
    Dejan Kosutic
    Unter Dejans Preisen und Zertifikaten findet man unter anderem: leitender Auditor für ISO 9001, zertifizierter Berater für das Management, Fachkraft für betriebliches Kontinuitätsmanagement und leitender ISO/IEC-Auditor für Managementsysteme für Informationssicherheit. Dejan führt unser Team in der Betreuung verschiedener Webseiten, die ISO- und IT-Fachkräfte beim Kennenlernen der wichtigen internationalen Normen und deren erfolgreicher Umsetzung unterstützen. Dejan besitzt einen MBA-Titel des Henley Management College und verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Bankwesen, Versicherungswirtschaft und Investment-Funds. Dejan ist bekannt für sein Expertenwissen in den Bereichen Informationssicherheit und Kontinuitätsmanagement (ISO 27001 und ISO 22301) – und hat zahlreiche Toolkits zur Dokumentation, Online-Tutorials und Bücher verfasst.