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    ISO-14001-blog

    ISO 14001 Wissensbasis

    4 Schritte zur Identifizierung und Evaluierung von Umweltaspekten

    Die Identifizierung und Evaluierung signifikanter Umweltaspekte ist, besonders in der Planungsphase, der fundamentalste Teil von ISO 14001. Die Umweltaspekte und Auswirkungen zu verstehen, ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren bei der Implementierung eines ISO 14001 UMS. In der Sprache von ISO 14001 klingt das so: „ein Umweltaspekt ist ein Element der Aktivitäten, Produkte oder Services der Organisation, das Auswirkung auf die Umwelt hat oder haben kann.“

    Was genau ist ein Umweltaspekt?

    Ein Umweltaspekt ist die Art, auf die Ihre Aktivität, Ihr Service oder Ihr Produkt die Umwelt beeinflusst. Zum Beispiel kann einer der Umweltaspekte des Autowaschens ein Reinigungsmittel mit dem Potential zur Wasserverschmutzung sein (diese Verschmutzung ist der Umweltaspekt).

    Im Folgenden finden Sie Beispiele von Zusammenhängen zwischen Aktivitäten, Services, Aspekten und Auswirkungen:

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    Eine Umweltauswirkung ist eine Veränderung der Umwelt. Umweltauswirkungen werden durch Umweltaspekte verursacht.

    In den folgenden Schritten finden Sie eine grundsätzliche, systematische Herangehensweise zur Identifizierung, Evaluierung und zum Management von Umweltaspekten.


    1. Definition des UMS-Anwendungsbereichs

    Bevor Sie sich mit den Umweltaspekten und Auswirkungen beschäftigen, sollten Sie zuerst den Anwendungsbereich des UMS definieren. Sie können wählen, ISO 14001 für die gesamte Organisation oder nur für eine spezifische Einheit, einen Standort oder ein Produkt anzuwenden. Sobald Sie diese Entscheidung getroffen haben, haben Sie den UMS-Anwendungsbereich definiert. Von da an müssen alle Aktivitäten, Services und Produkte, die unter Ihren definierten Anwendungsbereich fallen, bei der Identifizierung von Umweltaspekten und Auswirkungen berücksichtigt werden.

    2. Identifizierung von Umweltaspekten

    Lassen Sie uns zuerst die Begriffe Aktivität, Service und Produkt klären. Eine Aktivität ist Teil des Kerngeschäftes (z.B. Schritte im Produktionsprozess). Service bedeutet ein Hilfsdienst, der die Kernaktivitäten unterstützt (z.B. Boiler, Heizen & Kühlen, Wartung). Ein Produkt ist die Ware, die Sie am Markt anbieten. Ein Umweltaspekt des Produkts könnte z.B. eine übermäßige Verpackung des Produkts oder der Grad der Recycelbarkeit des Produkts am Ende seines Lebenszyklus sein.

    ISO 14001 erklärt da so: “Die Organisation soll ein Verfahren zur Identifizierung der Umweltaspekte einrichten und jene Aspekte bestimmen, die eine signifikante Auswirkung auf die Umwelt haben oder haben können.” Sie sollten auch ein Verzeichnis der Umweltaspekte führen, das immer auf dem letzten Stand gehalten wird und geplante neue oder modifizierte Aktivitäten, Produkte oder Services berücksichtigt.

    Aspekte können in direkte und indirekte unterteilt werden. Direkte Umweltaspekte hängen mit Aktivitäten, Produkten und Services der Organisation selbst zusammen, über welche sie eine direkte Management-Kontrolle hat (z.B. wie Sie an Ihrem Standort mit Abfall umgehen). Für nichtindustrielle Organisationen wird der Fokus jedoch oft auf indirekten Umweltaspekten ihrer Aktivitäten liegen (z.B. wie Ihre Subunternehmer mit Abfall an Ihrem Standort, durch Handelsketten gesteuerten Aspekten, durch Kunden gesteuerten Aspekten umgehen).

    Um Ihre Umweltaspekte zu identifizieren, müssen Sie untersuchen, wie sich die Aktivitäten, Produkte und Services Ihrer Organisation auf die Umwelt auswirken. Die Identifizierung von Umweltaspekten berücksichtigt z.B. oft Luftemissionen, Freisetzung in Wasser und Land, die Verwendung von Rohmaterialien, Abfall und natürliche Ressourcen, Auswirkungen auf die biologische Vielfalt etc.

    Bei der Identifizierung von Umweltaspekten müssen alle Teile der Unternehmensoperationen im definierten Anwendungsbereich berücksichtigt werden, nicht nur die offensichtlichen Fertigungs- und Service-Aktivitäten. Es verfügen, zum Beispiel, die meisten Einrichtungen über eine Wartungsabteilung, Büros, eine Kantine, Heiz- und Kühlsysteme, Fahrzeug-Parkplätze und Auftragnehmer- und Lieferanten-Aktivitäten – alle davon können eine Auswirkung auf die Umwelt haben.

    Es können verschiedene Techniken angewendet werden, um eine ausführliche Liste an Umweltaspekten und Auswirkungen auf eine Einrichtung zusammenzustellen – z.B. die Wertschöpfungsketten-Methode, die Prozessfluss-Methode, die Materialidentifikation, die Methode der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen etc.

    Eine bewährte Verfahrensweise ist der Einsatz eines bereichsübergreifenden Teams aus Schlüsselbereichen des Betriebs.

    Für jede Art von Aktivität, Produkt oder Service müssen Sie Ihren eindeutigen Umweltaspekt auflisten – dies wird eine Gesamtliste oder Matrix von Aspekten und Auswirkungen ergeben.

    3. Evaluierung signifikanter Umweltaspekte

    Der Zweck der Evaluierung von Umweltaspekten ist, sich darauf zu konzentrieren, worauf es am meisten ankommt (z.B. 20-80-Regel). Sie müssen nicht alle Umweltaspekte behandeln – nur jene, die entsprechend Ihren eigenen Kriterien, als signifikant deklariert sind.

    Signifikante Umweltaspekte sind der hauptsächliche Fokus des Umweltmanagementsystems Ihrer Organisation.

    Abhängig von Typ, Art und Komplexität einer Organisation stehen viele Techniken für die Durchführung einer Evaluierung zur Bestimmung der Signifikanz von Umweltaspekten zur Verfügung. Bei der Beurteilung der Signifikanz sollten Sie folgendes berücksichtigen:

    • Das Potential zur Verursachung von Umweltschäden
    • Ausmaß und Häufigkeit des Aspekts
    • Wichtigkeit für die Interessensvertreter der Organisation
    • Anforderungen relevanter Umweltgesetze

    Jede Organisation muss ihre eigenen Kriterien für die Signifikanz, basierend auf einer systematischen Überprüfung ihrer Umweltaspekte und deren tatsächliche und potentielle Auswirkungen, festlegen.

    4. Management signifikanter Umweltaspekte

    Jeder signifikante Aspekt sollte durch Festsetzung einer oder mehrerer der folgenden Kontrollen unter Kontrolle gebracht werden: verantwortliche Person (ISO 14001; 4.4.1), Schulungsplan (ISO 14001; 4.4.2) oder Verfahren, Checkliste und/oder Wartungszeitplan (ISO 14001; 4.4.6). Das Maß an Kontrolle sollte entsprechend der Natur und dem Risiko des signifikanten Aspekts sein. Alles des oben Gesagten ist Teil der täglichen Arbeitsroutine.

    Ein UMS kann oft komplizierter als nötig sein. Der Schlüssel zu einem effektiven UMS ist, die Umweltaspekte bereits von Beginn an zu erfassen. Die ordnungsgemäße Identifizierung der Umweltaspekte wird Ihnen nicht nur Zeit ersparen, sondern Ihnen auch ermöglichen, große Vorteile mit Ihrem UMS zu gewinnen, sobald es einmal implementiert ist.